Polkörper- und Präimplantationsdiagnostik (PKD/PID) zum Ausschluss von Chromosomenfehlverteilungen ist bisher enttäuschend. Neueste Studien der Reproduktionsmediziner der Freien Universität Brüssel – einem der weltweit führenden, universitären Zentren für IVF und PKD/PID – kamen jetzt zu dem Schluß, dass eine routinemäßige Analyse der Eizellen und frühen Embryonen auf Chromosomenfehlverteilungen (Aneuploidien) bei älteren Kinderwunschpatientinnen sich nicht „auszahlt“. Es konnten trotz großer Fallzahlen und zahlreicher Studien keine höheren Schwangerschafts- oder Lebendgeburtsraten als ohne diese Maßnahmen beobachtet werden. Auch die Anwendung von PKD/PID zur Verminderung der Abortwahrscheinlichkeit oder zur Verbesserung der Einnistung brachte nicht den erhofften Nutzen für die Patienten. Die Ergebnisse zeigen hier bislang keine klaren Vorteile.

Die Brüsseler Forscher werden daher die PKD/PID nicht mehr routinemäßig zur Verbesserung der Schwangerschaftsraten anbieten.

Über die Ursachen dieser bislang enttäuschenden Daten gibt es Spekulationen: Zum einen könnte die begrenzte Aussagefähigkeit der Untersuchungstechnik eine Rolle spielen, zum anderen wirkt sich die zusätzliche Manipulation der empfindlichen Zellen möglicherweise eher nachteilig aus.

Dies ist ein Service des Christian-Lauritzen-Institut (CLI). Bitte beachten Sie auch www.christian-lauritzen-institut.de

Empfehlen Sie diese Informationen...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someonePrint this page