Es sind einige aktuelle Studien zum Thema polycystische Ovarien (PCO) und Metformin erschienen, die ich hier vorstellen möchte.

Das PCO-Syndrom ist relativ häufig mit einer Insulinresistenz vergesellschaftet und daher kann die Gabe von Metformin hilfreich sein, um die Eierstocksfunktion zu verbessern.

Verminderung der Wahrscheinlicheit für ein Überstimulationssyndrom
Frauen mit einem PCO-Syndrom reagieren traditionell sehr gut auf Hormone, gelegentlich jedoch zu gut, so dass die Gefahr für ein Überstimulationssyndrom hoch ist. Um den Einfluss von Metformin auf den Ausgang einer IVF-Behandlung abzuklären, untersuchten Forscher aus Ägypten 287 Patientinnen, die jeweils 5 Wochen vor Beginn der Behandlung mit der Einnahme von Metformin begannen [1]. Wider Erwarten kam es zu keinen signifikanten Unterschieden bei der notwendigen Menge an Hormonenen zur Stimulation oder zu einer Verinngerung der Stimulationsdauer. Auch die Schwangerschaftsraten waren bei den Frauen, die Metformin bekamen, nicht besser. Es kam jedoch zu einer statistisch signifikanten Verminderung der nebenwirkungen der Hormonbehandlung, hier vor allem des Überstimulationssyndroms.

Verbesserung der Wirkung von Clomifen durch Metformin
Clomifen ist aufgrund seiner einfachen Anwendung und nicht zuletzt auch seines geringen Preises das am häufigsten verwendete Medikament, um den ausbleibenden Eisprung bei Frauen mit einem PCO-Syndrom herbeizuführen. Jedoch reagieren manche Eierstöcke auf dieses Medikament nicht oder nur unzureichend.

Es stellt sich daher die Frage, ob eine zusätzliche Gabe von Metformin in solchen Fällen dann doch noch einen Eisprung herbeiführen kann. In einer Übersichtsarbeit [2] wurden die Ergebnisse der aktuellen Studien dazu zusammengefasst. Bei vier Studien, die strengen Ansprüchen gerecht wurden (doppelblind, prospektiv, placebokontrolliert) fand sich eine deutliche Verbesserung des Ansprechens auf die Clomifengabe bis hin zur Ausbildung reifer Follikel.

Verminderung der Fehlgeburtsrate
In einer weiteren Übersichtsarbeit [3] wurde der Effekt des Metformin bei der Behandlung von Frauen mit polyzystischen Ovarien anhand aktueller Studien zusammengefasst. Hier wurde darauf hingewiesen, dass auch Metformin alleine, also ohne weitere Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke, einen Eisprung bei diesen Patienten bewirken kann. Also als primäres Mittel zur Behandlung des ausbleibenden Eisprungs bei Frauen mit PCO-Syndrom zu empfehlen ist. Eine Rolle, die gegenwärtig noch das Clomifen einnimmt.

Auch die Verminderung der Rate an Fehlgeburten unter Metformin ist eine durch viele Studien bestätigte Erkenntnis und in dem Artikel, wird explizit herausgearbeitet, dass schon eine ganze Reihe von Studien, den vorteilhaften Einfluss des Metformin bestätigen. In Deutschland wird von der Einnahme des Medikaments in der Schwangerschaft abgeraten, jedoch scheint es in Anbetracht der Datenlage lediglich eine Frage der Zeit zu sein, bis sich dies ändert

[1]Khattab S, Fotouh IA, Mohesn IA, Metwally M, Moaz M, Use of metformin for prevention of ovarian hyperstimulation syndrome: a novel approach. Reprod Biomed Online. 2006 Aug;13(2):194-7

[2]Siebert TI, Kruger TF, Steyn DW, Nosarka S, Is the addition of metformin efficacious in the treatment of clomiphene citrate-resistant patients with polycystic ovary syndrome? A structured literature review. Fertil Steril. 2006 Nov;86(5):1432-7

[3]Cheang KI, Sharma ST, Nestler JE, Is metformin a primary ovulatory agent in patients with polycystic ovary syndrome? Gynecol Endocrinol. 2006 Nov;22(11):595-604

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