Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD = Cardio Vascular Diseases)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weitaus am häufigsten unter den schweren Erkrankungen und für fast die Hälfte der 868.356 Todesfälle verantwortlich, die in Deutschland im Jahre 2014 gezählt wurden. In den letzten Jahren hat sich daran nichts geändert.

Welche Organe sind betroffen?

  • Das Herz und die Herzkranzgefäße mit den Krankheitsfolgen: Infarkt, Angina pectoris und „Herzmuskelschwäche“ (Herzinsuffizienz)
  • Die zum Gehirn führenden Gefäße mit den Krankheitsfolgen: Schlaganfall, Durchblutungsstörung des Gehirns
  • Die restlichen Gefäße des Körpers, inklusive Bluthochdruck, mit den Krankheitsfolgen: Verschlusskrankheit = „Schaufensterkrankheit“, Thrombose und Lungenembolie.

Sind die Risiken sicher untersucht (Evidenzklasse I)?

Ja, sie sind von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zuverlässig weltweit erfasst worden:

  • Rauchen hat einem Anteil von 12% an der Verursachung der Volkskrankheiten.
  • Hoher Blutdruck ist in 11% die Ursache,
  • Alkohol in 9%,
  • hohe Blutfette in 8%,
  • Übergewicht in 7%

Die Schlüsselrolle für die Gesundheit hat die Ernährung! Man kann es verdrängen oder nicht beachten, aber, der „gesunde Lebensstil“ ist für die Gesundheit der Bevölkerung und die Vermeidung der Volkskrankheiten unveränderbar bewiesen.

Herzinfarkte treten zu 80% bei denen auf, die mehrere Risikofaktoren haben. Die Betroffenen sind klar auszumachen:

  • Wer raucht,
  • hohen Blutdruck
  • und Diabetes
  • sowie erhöhte Blutfette (ApoB/ApoA1 Verhältnis)
  • und bauchbetontes Übergewicht hat,
  • hat das Extremrisiko.

Welche Untersuchungen sind zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Krankheiten sinnvoll?

Die üblichen Untersuchungen von Blutdruck, Puls und Blutfetten (Cholesterin) reichen nicht aus, um gefährdete Patienten zu erfassen. Der „Gesundheitscheck“ erzielt keine Wirkung, kann keine Leben retten. „Fette in Ordnung und Blutdruck o.k.“ – das ist falsches Sicherheitsdenken.

Leute ohne Risiko sollen kein Routine – oder Belastungs-EKG (Teil des Gesundheitschecks) durchführen lassen , da der Nutzen nicht belegt ist („man beugt eben nicht vor“) und der Schaden (unnötige Zusatzuntersuchungen, als „krank“ abgestempelt…) überwiegt.Es ist unumstößlich klar bewiesen (Evidenzklasse I), wie man die Gefährdung sicher feststellen kann: Risikorechner (Kalkulatoren) helfen erkennen, wer ein erhöhtes Risiko hat.Wer bereits erkrankt ist, gehört in die Hochrisikogruppe und muss alle bewiesenen Maßnahmen erhalten, die sein Risiko senken. Dabei gibt es keinen Sinn, nur die auffälligen Risikofaktoren senken zu wollen; dieser Patient profitiert nur von der Gesamtpalette der Maßnahmen.

Alle über 50 Jahre haben einen Gesundheitsvorteil, wenn sie mit dem geeigneten Kalkulator untersucht werden…

Die Untersuchung auf Arterienverkalkung wird seit 2006 in den USA empfohlen. Sie erscheint zur Risikoabwägung gut und erhöht beim Patienten das Verständnis für Medikamente und das Dranbleiben an der Behandlung (Compliance).

Denn man weiß sicher, wie man über 80% der lebensbedrohlichen Herzkreislauf Erkrankungen und die dadurch bedingten Todesfälle vermeiden kann. Die neuen Übersichtsarbeiten sind verlässlich; sie werten mehr als 750 gute Studien mit 400.000 Teilnehmern …
Und entgegen vielfacher Spekulationen und Vorurteile hat die vorgeschlagene Kombinations-behandlung wenig Nebenwirkungen.

Alle Herzkranken sollen auf Depression untersucht werden. Depression kommt bei fast 10% der Patienten vor und ist damit doppelt so häufig wie bei Menschen ohne Herzkrankheit. Außerdem ist der Verlauf der Herzkrankheit ohne depressive Störung weniger komplikationsreich.

Bei uns:

Teste führen zu mehr Klarheit: Herzkreislauftest, aber auch Test der körperlichen Leistungsfähigkeit, Gedächtnisleistung, Stresstest, und andere können erforderlich werden; das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Die Ergebnisse werden zu einer umfassenden Beurteilung zusammengefasst. Die für die einzelne Person wichtigen Laborwerte werden automatisch mit herangezogen. So entsteht der Gesamtbefund.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie „Chronische KHK“ gibt seit 25. August 2006 offiziell als „Leitlinie der Bundesärztekammer“ Evidenz basierte Empfehlungen zur Diagnostik (z.B. wann Herzkatheteruntersuchung?) und auch Behandlung.

Copyright Rainer Wiedemann und Petra-Ilona Wiedemann für das C.L.I.

Weitere Informationen zu unseren Methoden der Literatursuche. Weitere Informationen zur Evidenzbasierten Medizin erhalten Sie in unserem Buch: Wiedemann R et al. Krankmacher Lebensstil. 2005. conkom Verlag, ISBN 3-00-017436-2

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Letzte Aktualisierung: 17. April 2017