PCO-Syndrom

Neben der „Schilddrüse“ („Hashimoto“ und andere Pseudokrankheiten) wird hauptsächlich das Syndrom der polycystischen Ovarien für „Gesundheitspanik im Internet“ benutzt. Junge Frauen glauben, dadurch wird Unfruchtbarkeit ausgelöst!?

Was ist ein PCO-Syndrom, „PCOS“?

Das Syndrom der polycystischen Ovarien (viele kleine Zysten im Eierstock) ist durch fehlenden oder seltenen Eisprung, herabgesetzte Fruchtbarkeit und ein Überwiegen der männlichen Hormone (Hyperandrogenämie) geprägt. Man findet unregelmäßige Monatszyklen (über 6 Wochen), verstärkte Behaarung und/oder Akne. Die Ausbildung ist unterschiedlich stark.

Zwei der folgenden 3 Merkmale müssen für die Diagnose PCOS vorhanden sein:

  • Polycystische Eierstöcke (viele gutartige Zysten im Eierstock, kann man im Ultraschall sehen)
  • Langer Monatszyklus (fehlender oder seltener Eisprung)
  • Überwiegen der männlichen Hormone (im Blut oder klinische Zeichen wie Behaarung oder Akne)

Weswegen kommen die Frauen zum Arzt?

Die Patienten suchen den Arzt auf

  • wegen unerfülltem Kinderwunsch,
  • wegen unregelmäßigem Zyklus,
  • wegen störender Akne, fettiger Haut, Behaarung und
  • wegen Stoffwechselproblemen und Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen.

PCOS ist die häufigste „endokrine Störung“ der Frauen im gebärfähigen Alter. 5 – 10% aller Frauen sind betroffen. Probleme in der Wirkung von Insulin, dem Hormon, das u.a. den Blutzucker reguliert, kommen bei diesen Patienten vor. Hohe Insulinspiegel im Blut und die sogenannte Insulinresistenz (mangelnde Wirkung von Insulin an der Muskulatur) sind mitverantwortlich für die Erhöhung der männlichen Hormone und die Probleme im Stoffwechsel.

Die Gesundheitsprobleme

Bis zu zwei Drittel der Frauen mit PCOS sind übergewichtig, was die „Zuckerprobleme“ verstärkt. Das Abnehmen ist auch wegen der reduzierten körperlichen Fitness schwierig.

PCOS erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Zuckerkrankheit: Bis zu 40 % dieser Frauen haben mit 40 Jahren bereits eine Zuckererkrankung (Diabetes Typ II) oder die direkte Vorstufe dazu. 50% der weiblichen Typ II Diabetiker haben ein PCOS.

Nicht nur das Schwangerwerden ist erschwert; Fehlgeburten sind häufiger, auch die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist wesentlich höher und auch die Komplikationen für Mutter und Kind.

Dies macht das PCOS zu einem ernst zu nehmenden  und zu einem wichtigen Gesundheitsproblem von jüngeren Frauen.

Übergewicht ist das führende Zeichen. Übergewicht sollte in jedem Alter zum endokrinologisch erfahrenen Arzt führen. Im Vorschulalter, spätestens mit 8-12 Jahren, fallen die Kinder auf.

Hat das PCOS Auswirkungen auf die Gesundheit?

Ja, besonders in der Kombination mit Übergewicht. Bis zu 40 % haben mit 40 Jahren bereits eine Zuckererkrankung (Diabetes Typ II) oder die direkte Vorstufe dazu. Es besteht zusätzlich ein höheres Risiko für Herzinfarkt oder Angina pectoris (Verengung der Herzkranzgefäße).

Soll man bei PCOS & Übergewicht (BMI > 28) generell handeln?

Ja, aber nur wenn mehrere Wege gemeinsam beschritten werden, besteht Aussicht auf Erfolg. Alle anderen „Versuche“ sind absolut sicher erfolglos. Die „Behandlung“ erfordert den Spezialisten. Umstellung des Lebensstils, Medikamente und auch die Operation am Eierstock können helfen.

Bei uns:

Tests führen zu mehr Klarheit. Herzkreislauftest und der Test der körperlichen Leistungsfähigkeit stehen am Anfang. Essstörungen werden berücksichtigt. Laborwerte und Hormonuntersuchungen geben mit den Testergebnissen den GESAMTBEFUND.

Danach werden die Behandlungsmöglichkeiten erklärt, nach bestem Wissenstand (Evidenz der Klasse I). Sie erhalten abgesicherte Informationen über den Service Topwissen.

Wenn Sie mehr wissen wollen, so sollten Sie unter dem Menüpunkt Übergewicht lesen.

Zwei Fragen sind entscheidend wichtig und müssen zuverlässig beantwortet werden:

Die erste entscheidende Frage ist: Liegen Stoffwechselprobleme vor, die das Risiko für Nachfolgeerkrankungen und Komplikationen in der Schwangerschaft erhöhen?

Denn Frauen mit PCOS haben häufiger Schwangerschaftskomplikationen, bei Mutter und Kind:

  • Mehr Fehlgeburten (Aborte)
  • Starke Gewichtszunahme bis zu 20 Kg
  • Schwangerschaftszucker (Gestationsdiabetes)
  • Schwangerschaftshochdruck (Präeklampsie)
  • Frühgeburt mit erhöhter Neugeborenensterblichkeit.

Die zweite entscheidende Frage ist: Ist es in meinem Fall erforderlich, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten und falls ja, welche?

Mit frühzeitiger Behandlung lässt sich absolut zuverlässig ein Gesundheitsvorteil erreichen.


Copyright Rainer Wiedemann und Petra-Ilona Wiedemann für das C.L.I.

Weitere Informationen zu unseren Methoden der Literatursuche. Weitere Informationen zur Evidenzbasierten Medizin erhalten Sie in unserem Buch: Wiedemann R et al. Krankmacher Lebensstil. 2005. conkom Verlag, ISBN 3-00-017436-2

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Letzte Aktualisierung: 31. Oktober 2017